Was ist Rally Obedience?
The handler moves quickly, stepping to the right, to the left, circling, halting, and then taking off again. Her dog, his eyes glued to her face, almost magically stays by her side, shadowing her every move. She is smiling widely; his tail wags constantly as his body quivers with excitement - clearly they are both having the time of their lives.

Where are they? - At a Rally trial.

Chapter 1 Introduction, Click your way to Rally Obedience by Pamela S. Dennison, Alpine Publications, 2006/2010

Rally Obedience wurde Ende der 1990-er Jahre von Charles L. Kramer in den USA als eine weniger formale Alternative zum Traditionellen Obedience entwickelt. Anstelle eines festen Übungsschemas gestaltet der Richter einen Übungsverlauf, indem er Übungsschilder an verschiedenen Stellen im Parcoursfeld platziert. Diese Schilder werden aus einem für die jeweilige Klasse festgelegten Übungskontingent ausgewählt und können frei kombiniert werden. Auf jedem Schild stehen Symbole, die für eine an dieser Stelle geforderte Übung steht. Es handelt sich dabei um allgemeine Gehorsams- und Obedience-Übungen, die durch Bewegungen und Übungen aus dem Freestyle und Agility bereichert wurden, wie z.B. Wendungen um 360°, Laufübungen um Pylonen, Sprünge und in einigen Regelwerken auch ein Wechsel der Führseite.

Die Hundeführer haben, wie beim Agility, die Möglichkeit, sich den Parcours ohne Hund anzuschauen, um eine Strategie zu entwickeln, den Hund möglichst schnell und ohne Fehler durch den Parcours zu führen. Sobald das Team startet, erhält es keine weiteren Anweisungen vom Richter, sondern durchläuft den Parcours in Eigenregie. Jedes Team startet mit einer festgelegten Punktzahl und erhält bei Fehlern Punktabzüge. Zusätzlich wird die Durchlaufzeit gemessen. Punkte und Zeit entscheiden über die Platzierung des Teams.

Anders als im traditionellen Obedience ist der Hundeführer beim Rally Obedience nicht auf ein Signalmuster festgelegt, sondern darf wie beim Agility seinen Hund unbegrenzt motivieren und ihm multiple Signale geben, um mit ihm gemeinsam die geforderten Übungenstationen zu absolvieren. Beim Rally Obedience steht das Energie geladene Zusammenspiel zwischen Hund und Hundeführer an und zwischen den Übungsstationen im Vordergrund. Eine gelungene Rally Obedience Vorführung sollte natürlich, flott und durchgängig sein und die Freude von Mensch und Hund an der Zusammenarbeit widerspiegeln. Die Übungsausführung müssen dabei den Übungsbeschreibungen entsprechen. Absolute Präzision wie im traditionellen Obedience wird jedoch nicht verlangt.

Obwohl Rally Obedience bereits in vielen anderen Ländern von den dortigen nationalen Verbänden als Sportart anerkannt, mit entsprechendem Prüfungsordnungen und von den Verbänden ausgebildeten und autorisierten Richtern verankert ist, gibt es noch immer keine verbindliche VDH Rally Obedience Prüfungsordnung, sondern nur das DVG/VDG Regelwerk Rally Obedience, das eine Art "Orientierungshilfe/Spielanleitung" für diese Sportart darstellt. Ein weiteres Verbandsregelwerk wird zum 01.01.2013 in Kraft treten. Dabei handelt es sich um den CfBrH Leitfaden Rally Obedience.

Eine weitere Orientierungshilfe, die andere Schwerpunkte setzt, stellt der "Rally Obedience Leitfaden für Wettkämpfe" in seiner aktuellen Version" dar, der bis zum 31.12.2012 Basis dieser Seiten ist.

© Manuela Klucken, überarbeitet 2012